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vor 7 Monaten
ein spleen:
Spleentagebuch Nr.1: Dosenöffner
Freitag, 5. februar 2010
Freitag, 5. februar 2010
Während sich in den Theatern schon die Leute tummelten, stand die Jakoministraße gähnend leer, wie ein sperrangelweit offenes Tor in die Stadt. Laut Stadtpolitik ist die Straße ja genau selbiges - ein Tor. Beanstandet wird nur, dass es nicht sehr einladend wirkt, dieses Portal zu Kultur und Erbe. "Warum eigentlich?", hab ich mich gefragt und mich mit dem Fotoapparat auf Erkundungstour gemacht. Da gab es ja Einiges zu entdecken, nur viele Menschen leider nicht. Dachte ich. Vorerst.
Als ich mit meinem Rundgang beinahe schon fertig war, liefen mir ein paar seltsam gekleidete Leute entgegen, von denen einer ein Fahrrad schob, an dem bunte Blechdosen hingen und auf einem Pappe-Schild am Heck, prangte in großen Lettern: "Just Married". Natürlich Theaterleute, dachte ich mir und hatte recht. Die waren gerade mitten in der Generalprobe fürs Straßentheater. Und aufregend war das allemal! Denn, wenn sonst auch kaum Leute in der Jakoministraße zu sehen waren, die Polizei rief man sofort, als sich prekäre Kampfszenen inmitten der "beschaulichen" Umgebung abzuspielen drohten. Kunst und Kultur im öffentlichen Raum, daran muß man sich hierzulande wohl erst gewöhnen. Aber immerhin: wo man sich sonst wegen der mangelnden Zivilcourage unserer Mitbürger beschwert, hier ist doch noch jemandem rechtzeitig die richtige Notrufnummer eingefallen! Ein großer Pluspunkt für die sonst so verrufene Gegend, oder?Erstaunlich!
Ich verließ den Ort des Geschehens wieder und überließ des Drama dort sich selbst. Wie seltsam, wenn die wirkliche Welt in eine Geschichte eingreift. Eine Geschichte, die Leben in das richtige Leben bringen soll. Es gibt wohl viele Tore, die sich in der Jakoministraße noch öffnen müssen.
eure j.
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